COXARTHROSE Was ist eine Coxarthrose? Als Coxarthrose wird die Arthrose
(Verschleiß) des Hüftgelenks bezeichnet. Man unterscheidet die Coxarthrose in
2 Formen:
1. Primäre Coxarthrose oder
idiopathische Coxarthrose Hierunter versteht man eine
Eigenerkrankung des Hüftgelenkes in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit
des Gelenkknorpels ohne eine bekannte Vorerkrankung. 2. Sekundäre Coxarthrose Die sekundäre Coxarthrose entwickelt
sich aus der sogenannten Präarthrose = Vorgänge die einer eigentlichen
Arthrose vorausgehen. So kann z. B.
ein angeborenes Missverhältnis im Bereich der Gelenkpfanne und des
Oberschenkelkopfes bestehen. X- oder O-Beine können auch ein Ungleichgewicht am
Hüftgelenk auslösen. Auch kann eine sekundäre Coxarthrose bei Verletzungen
oder größeren operativen Eingriffen auftreten. Entzündungen am Hüftgelenk (Hüftarthritis)
als auch Durchblutungsstörungen am Hüftkopf (Hüftkopfnekrose) können eine
sekundäre Coxarthrose auslösen. Ein Übergewicht kann sowohl die Schmerzen
als auch degenerative Veränderungen am Hüftgelenkknorpel bei Coxarthrose verstärken
oder hervorrufen. Bei den Arthrosen kommt es insgesamt zu
einem Aufbrauchen des Knorpels in den Gelenken. Krankheitswert bekommt eine Coxarthrose,
wenn sie Schmerzen verursacht und mit Funktionseinschränkungen verbunden ist.
Diese Einschränkungen kommen durch das Schrumpfen der Gelenkkapsel als auch
durch den Knochenanbau und Umbau zustande. Der Patient mit einer aktivierten
Coxarthrose kann deutliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen haben, obwohl
Röntgenzeichen noch fehlen. Umgekehrt zeigt das Röntgenbild oft degenerative
Veränderungen im Bereich der Hüfte, ohne dass der Patient unter Schmerzen oder
Beschwerden leidet.
Symptome
der Coxarthrose Es kommt zunächst zu belastungsabhängigen
Beschwerden im Bereich des Hüftgelenkes. Anfangs besteht der sogenannte
Anlaufschmerz. Dieser wird durch das Aneinanderreiben der Knochenoberfläche
erklärt („das Gelenk ist nicht gut geschmiert“). Mit der Zeit wird die
Gehstrecke deutlich kürzer. Es kommt bei Coxarthrose zu dem sogenannten Ermüdungs-
oder Belastungsschmerz. Von der Untersuchung und Anamnese her ist die Coxarthrose umso schwerer je kürzer der zeitliche Abstand zwischen Anlauf- und Belastungsschmerz liegt. Es kommt zu Reibe- und Knackgeräuschen, die durch das Reiben der beiden Gelenkflächen aneinander entstehen. Bei der aktivierten Arthrose kommen außer Anlauf- und Ermüdungsschmerz noch ein Ruhe- oder Nachtschmerz dazu. Dies kann durch eine plötzliche Überlastung, eine Entzündung im Körper, als auch durch Stress und Beeinflussungen des Wetters auftreten.
Untersuchung
der Coxarthrose Bei zunehmenden Beschwerden wird der
betroffene Patient den Arzt aufsuchen. Dieser wird zunächst die
Krankheitsgeschichte ermitteln. Bei der Untersuchung wird die Beweglichkeit des Hüftgelenkes als auch entsprechende Fehlstellungen im Bereich der Beine oder Beinverkürzungen festgestellt, ebenso Muskelverkürzungen und Sehnenverhärtungen. Typisch für die Coxarthrose sind Leistendruckschmerzen, Schmerzen, wenn man auf den seitlichen Teil des Hüftkopfes klopft sowie Schmerzen beim Abspreizen des Beines sowie Schmerzen beim Innendrehen des Oberschenkels.
Diagnostik In der Regel wird eine Röntgenaufnahme
des Hüftgelenkes oder des Beckens durchgeführt, um ggf. Fehlformen oder
Durchblutungsstörungen festzustellen. In unklaren Fällen schließt sich noch
die Computertomographie oder eine Kernspintomographie an. Der Verlauf der Coxarthrose ist
gekennzeichnet durch einen schleichenden Beschwerdebeginn sowie die Abnahme der
Beweglichkeit. Oft bleibt der Bewegungsverlust den Patienten lange verborgen und
wird erst durch gezielte Fragen des Arztes aufgedeckt. Können Sie sich noch Schuhe und Strümpfe
ohne fremde Hilfe anziehen? Ist Ihren Bekannten am Gangbild eine Veränderung
aufgefallen.
Therapie
bei Coxarthrose Im Vordergrund der Behandlung der
Coxarthrose steht die Krankengymnastik sowie ggf. bei sekundärer
Coxarthrose die Behandlung der primären Ursachen. Hier können bei
Fehlstellungen z. B. Schuheinlagen, Erhöhungen am inneren oder äußeren
Gelenkspalt, als auch eine Pufferung durch bestimmte Absätze am Schuh eine
Erleichterung bringen. In der Krankengymnastik werden die verhärteten
und verkürzten Muskel gedehnt, ebenso die schmerzbedingte Verkürzung der
Gelenkkapsel. Physikalische Maßnahmen: Im Vordergrund steht die Behandlung zur
Lockerung der Muskulatur durch Wärmeanwendungen sowie ergänzende Massagen. Bei
Schmerzen kommt die Elektrotherapie zum Einsatz, z. B.
Interferenzstrom-Behandlungen, Iontophoresen. Mit diesen kann man zusätzlich
Medikamente in Form einer Salbe in die Tiefe des Hüftgelenkes bringen. Dies führt
zu einer Abschwellung und damit verbundenen Schmerzlinderung .
Ergotherapie (Beschäftigungstherapie): Die Ergotherapie wird bei Behandlung der
Coxarthrose ebenfalls zur Schmerzlinderung und Bewegungsverbesserung eingesetzt.
Im Vordergrund stehen hier Gelenkschutz fördernde Maßnahmen. Auch von psychologischer Seite können
die Beschwerden der Coxarthrose günstig beeinflusst werden i. S. einer
Schmerzbewältigung als auch in der Erlernung von Entspannungsmaßnahmen wie
Autogenem Training und progressiver Muskelrelaxation nach Jacobson.
Medizinische Trainings-Therapie (MTT): Im Rahmen der MTT werden gezielt
„Fitnessgeräte“ durch geschulte Physiotherapeuten zum Muskelaufbau
eingesetzt. Durch eine kräftige Muskulatur wird das Hüftgelenk bei Coxarthrose
entlastet. Übungen im Bewegungsbad
vermindern das Körpergewicht, so dass die Schmerzen gelindert werden und die
Bewegungsausmaße schonend verbessert werden können.
Ernährungsberatung: Oft besteht bei Patienten mit
Coxarthrose ein Übergewicht, da die Schmerzen sowie die Bewegungseinschränkungen
zu einer Reduzierung der sportlichen Tätigkeit geführt haben. Hier kann eine
gezielte Ernährungsberatung zu einer Abnahme des Körpergewichts führen und
damit Schmerzen bei Coxarthrose lindern. Auch werden bestimmte Ernährungsformen,
z. B. vegetarisch oder vollwertig, als schmerzlindernd beschrieben.
Medikamentöse Behandlung bei
Coxarthrose: Hier werden die sogenannten
nichtsteroidalen Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen und
Diclofenac eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Cortison-freie entzündungshemmende,
reizmindernde und abschwellende Medikamente. Oft werden diese Medikamente in
Kombination mit Magenschutzpräparaten gegeben. Alle diese Medikamente können
bei längerer Gabe Magen-/Darmprobleme bis zu blutenden Geschwüren am Magen und
Zwölffingerdarm führen. Oft wird zusätzlich ein Vitamin E-Präparat
eingesetzt, um Reizstoffe im Gelenk -
die sogenannten freien Radikalen - wegzufangen und die entzündungshemmenden
Medikamente reduzieren zu können oder sie gar nicht mehr einsetzen zu müssen. Oft helfen auch bei lokalen Schmerzen
Infiltrationen in schmerzende Muskel- oder Sehnenansätze. Hierbei wird
mit dünnen Spritzen ein lokales Betäubungsmittel verabreicht. In seltenen Fällen
werden die Schmerzmittel auch direkt in das Gelenk gegeben. Bei starken Schmerzzuständen werden
auch zentral wirkende Analgetika (Schmerzmittel, die im Gehirn bzw. im Rückenmark
wirken) eingesetzt. Hier sollte aber eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit
vermieden werden.
Operative Methoden bei Coxarthrose: Auf die heutigen vielfältigen Möglichkeiten
der operativen Behandlung der Coxarthrose soll in diesem Zusammenhang nicht
eingegangen werden, da im Vordergrund zunächst die konservative Behandlung der
Coxarthrose steht. Insgesamt sollte man bei degenerativen
Wirbelsäulen- und Gelenkbeschwerden, hier insbesondere der Coxarthrose, nicht
resignieren sondern weiterhin aktiv bleiben. Machen Sie sich bewusst, dass Sie etwas tun können! Sie sollten in Bewegung bleiben und
beschwerdeabhängig eine regelmäßige Gymnastik durchführen. Dies fördert
sowohl die Ernährung des Knorpels als auch des Knochens. Hierdurch werden
Muskeln und Bänder trainiert, Muskelverkürzung wird vorgebeugt. Bei Fragen,
wie viel Gymnastik, wie viel Sport soll ich durchführen, sollte man sich
vertrauensvoll an den behandelnden Arzt und die Krankengymnasten wenden. An sportlichen Tätigkeiten eignen sich
Wandern, teilweise Bergwandern, Jogging und Skilanglauf. Ohne jede Einschränkung
lässt sich Rückenschwimmen empfehlen. Ungünstig sind Ballspiele, z. B. Fußball,
Hockey, Squash, Federball. Als Grundsatz sollte gelten: Bewegung
ja, Belastung nein. Wie Sie sehen, kann man mit konservativer Behandlung viel für Ihre Beschwerden und Bewegungseinschränkungen bei Coxarthrose tun. Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können.
Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
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